Mittagsverpflegung an Schulen: die Begriffe, die in jedem Elternbrief stehen
Wer ein Kind an einer Ganztagsschule hat, bekommt regelmäßig Post zum Mittagessen: Verträge, Speisepläne, Fristen, Zuschüsse. Die Schreiben setzen oft Begriffe voraus, die niemand erklärt. Hier stehen sie der Reihe nach – mit dem, was sie für den Alltag bedeuten.
Mensavertrag
Der Mensavertrag ist die Vereinbarung zwischen Familie und dem Träger der Verpflegung – das ist oft nicht die Schule selbst, sondern ein Verein, ein Wohlfahrtsverband oder ein Caterer. Er regelt Preis, Bestellweg, Abbestellung, Abrechnung und Zahlung. Ohne gültigen Vertrag gibt es in vielen Schulen kein Essen, auch wenn rechtzeitig bestellt wurde.
Ändert sich nur ein Paragraf – etwa die Abrechnung –, schreibt der Träger häufig, dass bestehende Verträge weitergelten. Ob das wirklich reicht, sollte im Schreiben ausdrücklich stehen. Wenn nicht: kurz nachfragen.
Bestellschluss und Abbestellfrist
Zwei Fristen, die oft verwechselt werden. Der Bestellschluss sagt, bis wann eine Mahlzeit bestellt werden muss – meist wochenweise für die Folgewoche. Die Abbestellfrist sagt, bis wann man eine bestellte Mahlzeit kostenfrei zurückgeben kann. Danach ist sie zu zahlen, in der Regel auch bei Krankheit, weil die Küche dann schon eingekauft und geplant hat.
Abrechnung nach Bestellung oder pauschal
- Pauschal
- Ein fester Monatsbetrag für alle Schultage, egal ob das Kind isst. Einfach zu verwalten, aber teuer für Familien, deren Kinder nicht jeden Tag essen.
- Nach Bestellung
- Berechnet wird nur, was bestellt und nicht rechtzeitig abbestellt wurde. Fairer, verlangt aber pünktliches Bestellen – sonst gibt es kein Essen.
- Rückwirkend
- Die Rechnung kommt nach dem Monat, nicht vorab. Bei SEPA-Lastschrift wird der Betrag dann eingezogen.
SEPA-Lastschrift
Mit dem SEPA-Lastschriftmandat erlauben Sie dem Träger, den Monatsbetrag von Ihrem Konto einzuziehen. Eine Lastschrift können Sie innerhalb von acht Wochen ohne Angabe von Gründen bei Ihrer Bank zurückgeben. Fehlt das Mandat und es gibt keinen anderen Zahlungsweg, kann das Essen ausgesetzt werden. Barzahlung ist in Schulmensen inzwischen die Ausnahme.
Bildung und Teilhabe (BuT)
Familien mit Bürgergeld, Sozialhilfe, Wohngeld, Kinderzuschlag oder Leistungen nach dem Asylbewerberleistungsgesetz haben Anspruch auf Leistungen für Bildung und Teilhabe. Dazu gehört das gemeinschaftliche Mittagessen in Schule und Kita: Es ist für die Familie kostenfrei. Abgerechnet wird über die BuT-Karte oder direkt zwischen Träger und Jobcenter bzw. Stadt.
- Den Antrag stellen Sie bei der Stelle, von der Sie Ihre Leistung beziehen – in Neumünster also Jobcenter oder Stadt.
- Die Bestellpflicht gilt trotzdem: Auch mit BuT muss das Essen rechtzeitig bestellt werden.
- Ob BuT auch in den Ferien gilt, regelt der jeweilige Träger – fragen lohnt sich.
DGE-Qualitätsstandard
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) gibt einen Qualitätsstandard für die Verpflegung in Schulen heraus. Er legt fest, wie oft es Gemüse, Vollkorn, Fisch oder Fleisch geben soll, wie Speisen zubereitet werden und wie lange sie warmgehalten werden dürfen. Caterer können eine Menülinie danach zertifizieren lassen – dann steht das DGE-Logo auf dem Plan. Typische Merkmale:
- täglich Gemüse oder Salat, mindestens zweimal pro Woche Rohkost
- Fleisch höchstens einmal pro Woche, Fisch einmal pro Woche
- regelmäßig Vollkornprodukte, Obst als Nachtisch an mehreren Tagen
- Getränke ohne Zucker – Wasser steht frei zur Verfügung
Zusatzstoffe und Allergene
Seit 2014 müssen auch Mensen die 14 wichtigsten Allergene kennzeichnen. Auf den Speiseplänen stehen sie meist als Buchstaben (A = Ei, C = Fisch, D = Gluten, G = Milch, H = Schalenfrüchte, M = Soja …), Zusatzstoffe als Ziffern (1 = Konservierungsstoffe, 4 = Farbstoff, 8 = Antioxidationsmittel …). Ein Strich oder Apostroph am Kürzel heißt oft: kann Spuren enthalten.
Sonderkost
Sonderkost meint Mahlzeiten, die vom regulären Plan abweichen: glutenfrei, laktosefrei, ohne Nüsse oder aus religiösen Gründen ohne Schwein. Die meisten Träger verlangen ein Formular und – bei gesundheitlichen Gründen – eine ärztliche Bescheinigung. Vegetarisch ist meist keine Sonderkost, sondern über ein vegetarisches Menü abgedeckt.
Wie das an einer konkreten Schule aussieht, zeigt unser Beitrag zur neuen Bestellregelung an der Rudolf-Tonner-Schule.
Weiterlesen
Lassen Sie uns über Ihre Mensa sprechen.
30 Minuten, gern bei Ihnen in der Küche. Wir zeigen die App und rechnen durch, was Sie an Aufwand sparen.